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In eigener Sache:

Achtung: Verbraucherschutzstelle ist nicht gleich Verbraucherzentrale
(Verwirrung um kostenpflichtige Hotlines)

Immer wieder erreichen uns Anrufe ratloser Verbraucher nicht nur aus Niedersachsen. Viele sind bei der Suche nach telefonischer Verbraucherhilfe auf kostenpflichtige Hotlines, sog. "0900er-Nummern" gestoßen und verunsichert.

Wir möchten Verwechslungen vermeiden und in diesem Zusammenhang klarstellen:

- Wir sind nicht die Verbraucherzentrale Niedersachsen.
- Wir unterhalten keine "0900er-Nummern".
- Anrufer bekommen bei unseren Verbrauchertelefonen kostenfreie Verbraucherberatung!

Hintergrund:

Wer auf den Internetseiten der Verbraucherzentrale Niedersachsen e.V. nach einer Möglichkeit zu telefonischer Beratung in Verbraucherangelegenheiten sucht, wird schnell fündig. Unter dem Stichwort "Telefonberatung" wird dort unter Anderem Beratung zu den Themen Internetbetrug, Verbraucherrecht, Versicherungen, Banken und Baufinanzierung, Telefon und Internet, Krankenversicherungen, sowie Energierecht angeboten.

Doch bei genauerem Hinsehen fällt auf: Das Angebot ist speziell, zumindest in finanzieller Hinsicht. Hier ist ein Nummernkreis sogenannter "0900er-Nummern" geschaltet - ein kostenpflichtiger Telefonservice, der mit satten 1,50 Euro pro Minute zu Buche schlägt. Das spielt bei einem 10Minuten Gespräch mal eben locker 15,00 Euro in die Kassen des altbekannten Vereins aus Hannover. Gegen die stolzen Gebühren werden dann pauschal "schnelle, zuverlässige und unabhängige Informationen zu vielen Themen" versprochen…

An dieser Stelle möchten wir ausdrücklich klarstellen, dass es sich bei diesen 0900er-"Verbrauchertelefonen" NICHT um ein Angebot von uns handelt! Vielmehr agiert hier der Hannoveraner Verein Verbraucherzentrale Niedersachsen in eigener Verantwortung. Wir sind die Verbraucherschutzstelle Niedersachsen, weder schalten wir "kostenpflichtige Hotlines", noch kassieren wir in anderer Form bei Verbraucher/innen die unsere Verbrauchertelefone in Anspruch nehmen.



Wir über uns:


Verbraucherschutzstelle Niedersachsen - wir nehmen Verbraucherinteressen mit Aufklärung und kostenloser Beratung wahr.


Wir, die Verbraucherschutzstelle Niedersachsen, sind ein eigenständiger gemeinnütziger Verbraucherverband mit Sitz in Niedersachsen. Verbraucherarbeit hat bei uns Tradition. Unsere Ursprünge reichen bis in die 1980er Jahre, als wir als akademischer Verein die ersten Verbraucherberatungen durchgeführt haben. Wir haben uns ausdrücklich nicht irgendwelchen (auch noch so gut gemeinten) Dachorganisationen wie zB der Verbraucherzentrale Niedersachsen unterstellt, mit der wir auch bitte nicht verwechselt werden möchten. Denn bei uns ist und bleibt die Verbraucherberatung kostenfrei und wird von erheblichem ehrenamtlichem Engagement getragen. Hierauf legen wir von Beginn an großen Wert und sind auch heute, nach Annahme der Rechtsform eines eingetragenen gemeinnützigen Vereins, unabhängig und eigenständig. 

Die Verbraucherschutzstelle Niedersachsen tritt insbesondere ein:

für sichere und gesundheitlich unbedenkliche Produkte  
für das Recht auf einwandfreie Dienstleistungen 
für den Schutz der Verbraucher/innen vor materieller Übervorteilung  
für Transparenz und sicheres Einkaufen im Internet 
für fairen Handel und Konsum

Als unabhängiger Verbraucherverband verfolgt die Verbraucherschutzstelle Niedersachsen ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Ziel ist es, die Allgemeinheit zu fördern, indem unter besonderer Berücksichtigung des Verbraucherschutzes auf eine langfristige Stärkung der Verbraucherrechte hingewirkt wird. Dabei soll keine Gruppe von Verbrauchern zu Lasten einer anderen bevorzugt oder benachteiligt werden. Dieser  Satzungszweck wird insbesondere erreicht durch 

1. Bildung und Information der Allgemeinheit, besonders der Verbraucher, 
2. Einwirkung auf Gesetzgebung und Verwaltung gemäß den Aufgaben und Zielen des Vereins, 
3. die tatkräftige Vertretung und den Schutz der Interessen von Verbrauchern durch Aufklärung, Information, und Beratung.

Die Verbraucherschutzstelle Niedersachsen ist parteipolitisch neutral, selbstlos tätig und verfolgt eigenwirtschaftliche Zwecke lediglich nachrangig. Mittel dürfen nur für Satzungsgemäße Zwecke verwendet werden, Mitglieder erhalten keine Zuwendungen. Es darf keine Person oder Gruppierung durch Ausgaben, die dem Zweck fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütung begünstigt werden. 

Historie:

1980: Göttinger Universitätsmitglieder gründen eine erste private akademische Initiative zur Unterstützung sozial schwacher Bürger. Vorrangiges Ziel ist das Einsammeln von Spenden zur Betreuung und Förderung bedürftiger Familien. Die Initiative ist noch lose organisiert und arbeitet unter dem Namen GAI (Göttinger Akademische Initiative).

1981 - 1985: Im Rahmen der Betreuungsarbeit entwickeln sich die fortan weiteren Ziele der Initiative. Neben der Förderung bedürftiger Familien steht nun auch die Bildung und Information der Allgemeinheit, besonders der Konsumenten, im Fokus des Handelns. Weitere Initiativen nach dem Göttinger Vorbild etablieren sich in Marburg und Tübingen.

1986: Die Initiative nimmt konkretere Form an und ist nun als nichtrechtsfähiger Verein organisiert. Mit der ersten Vollversammlung wird der neue Name "Arbeits-Gemeinschaft Universitäres Engagement" kurz ARGUE, und eine erste Satzung einstimmig angenommen. Die Mitglieder der Initiative arbeiten ehrenamtlich und das Beratungsangebot ist für Verbraucher kostenfrei wahrzunehmen.
Unter dem Eindruck der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl und der damit einhergehenden erhöhten Nachfrage an wissenschaftlich fundierter Beratung zu möglicher radioaktiver Belastung von Lebensmitteln, wird die Beratungstätigkeit ausgedehnt. Formuliertes Ziel ist nun die Bildung und Information der Allgemeinheit, besonders der Verbraucher, sowie Schutz der Interessen von Verbrauchern durch Aufklärung, Information und Beratung.
Hinzu kommt mit Inkrafttreten des ersten Haustürwiderrufsgesetzes (HWiG) am 01. Mai 1986 weiterer allgemeiner Beratungsbedarf. Das Gesetz sollte Verbraucher besser vor den Folgen unüberlegter Vertragsabschlüsse schützten, die infolge eines Vertreterbesuchs am Wohn- oder Arbeitsplatz oder eines überraschenden Ansprechens bei Freizeitveranstaltungen oder auf der Straße zustande kamen. Dazu stand Verbrauchern erstmals ein Widerrufsrecht zu, das nach schriftlicher Belehrung binnen einer Woche auszuüben war.

1987 - 1989: Das steigende Bewusstsein für ökologische Ressourcen prägt auch die Vereinsarbeit. Das Angebot wird um Umwelt- und Energieberatung erweitert. Ziel ist, ein gesteigertes Umweltbewusstsein der Verbraucher durch nachhaltige Aufklärung und Beratung zu ökologischen Themen zu stärken. Besonderen Raum nehmen dabei zahlreiche Kampagnen zu den Risiken der modernen Industriegesellschaft für Wasser- und Lufthaushalt ein.

1990 - 1999: Am 9. November 1989 fällt die innerdeutsche Mauer, am 3. Oktober ist Deutschland wieder vereint. Die Menschen der neuen Bundesländer sehen sich mit einem Mal einem ihnen in vielen Einzelheiten unbekannten und neuen System gegenüber. Besonders die Versicherungsindustrie zielt stark auf die neue Zielgruppe ab. Das schlägt sich auch in der Beratungsarbeit des Vereins wieder. Die Versicherungsberatung und der Schutz vor übereilten Verträgen stehen Anfang der 1990er Jahre im Vordergrund der Verbraucherberatung.
Der Forscher Tim Berners-Lee legte zum Weihnachtsfest 1990 auf Basis seines Thesenpapiers "Informationsmanagement: Ein Vorschlag" mit "info.cern.ch" den ersten Webs-Server der Welt an. Am 30. April 1993 wurde der Zugang zu HTML-Dokumenten über Datenleitungen im "world wide web" für die öffentliche Nutzung freigeschaltet. Damals nur ein Thema für wenige akademische Spezialisten, ist heute das Internet mit seinen zahlreichen wirtschaftlichen Vorgängen eines der Hauptberatungsthemen der Verbraucherschützer weltweit.
1994 bringt ein BGH-Urteil Klarheit zur Kündigung von langfristigen Versicherungsverträgen: Verträge mit 10-jähriger Laufzeit, die vor dem 1. Januar 1991 abgeschlossen wurden, sind unwirksam.
1996 erhalten Pflichtversicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung zum ersten Mal das Recht, ihre Versicherung wechseln. Ein anderes großes Thema des Jahres ist der erstmalige Import von gentechnisch veränderten Lebensmitteln, der eine erhöhte Nachfrage nach wissenschaftlich fundierter Beratung in Ernährungsfragen nach sich zieht.
1998 sorgt die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes für neue Anbieter und Tarife und bringt damit neuen Beratungsbedarf auf Seiten der Verbraucher mit sich. Auch schafft das neue Energiewirtschaftsgesetz erste Voraussetzungen für die Öffnung des Strommarktes. Bald schon erscheinen im Zuge der Liberalisierung des Strommarktes die ersten neuen Stromangebote auf den Markt und führen auch hier zu erhöhtem Beratungsbedarf.

2000 - 2010: Das mittlerweile etablierte neue Verbraucherinsolvenzrecht sorgt für entsprechenden Beratungsbedarf. ARGUE richtet ein erstes Verbrauchertelefon zum Verbraucherinsolvenzverfahren ein, in dem Betroffene kostenfreie Informationen über die gesetzlichen Regelungen und Möglichkeiten erhalten. Im gleichen Jahr führt die Gesundheitsreform zu zahlreichen Änderungen im Gesundheitsbereich, wie Vorhaben zur Verbraucher- und Patientenberatung. Das Beratungstelefon des Vereins wird um diesen Themenkreis erweitert.
Am 01.01.2002 wird der EURO als offizielles Barzahlungsmittel eingeführt. Der Wechselkurs ist offiziell 1 Euro gleich 1,95583 D-Mark. In diesem Zusammenhang gab es zahlreiche Versuche in Wirtschaft und Handel, die Einführung der neuen Währung zu massiven Preiserhöhungen zu Nutzen. Die meisten Verbraucher kannten zwar den offiziellen Wechselkurs, hatten aber Probleme in der täglichen Umrechnung. Besonders im Gastro-Bereich gab es unter Ausnutzung des "gewohnten Preiszahlengefüges" sprunghafte Preiserhöhungen mit einer 1zu1 Umdeklarierung des DM in den Euro-Preis (Bsp.: Pizza Margherita 5,- DM = 5,- EUR). Der Verbraucherschutz kann hierzu nur machtlos die zahlreichen Beschwerden entgegen nehmen und zum Boykott der Preistreiber aufrufen.
2003 erhält die Verbraucherinitiative bei ARGUE mit der Gründung eines eigenen neuen Vereins einen neuen Namen. Die Verbraucherberatung wird wie bislang angeboten und weitergeführt, nun aber unter dem Namen "Verbraucherschutzstelle". Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und die Beratungen sind für die Verbraucher weiterhin kostenfrei.
2004 tritt die Neufassung des Telekommunikationsgesetzes in Kraft. Danach ist das Erbringen von Telekommunikationsleistungen frei und lediglich anmeldepflichtig. Teil 2 des Gesetzes widmet sich der Marktregulierung. Dabei gilt, dass Unternehmen, die über eine "beträchtliche Marktmacht" verfügen, besonderen Auflagen der Regulierungsbehörde (Bundesnetzagentur) unterliegen. Beratungen im Bereich Telekommunikation rücken damit stärker in den Vordergrund.
2005 bewirken steigende Gaspreise eine Unzahl von Beschwerden. Auch diverse Lebensmittelskandale, die Abschaffung der Eigenheimzulage, sowie die Gesundheitsreformthemen zur Praxisgebühr und anderen Zuzahlungen, ziehen eine Menge Verbraucheranfragen nach sich.
2007 wird die Verbraucherschutzstelle nach einstimmigem Mitgliederbeschluss zur Eintragung in das Vereinsregister angemeldet und erlangt damit den Status des rechtsfähigen Vereins. Der Verein wird offiziell als gemeinnützig anerkannt. Nach wie vor engagieren sich die Mitglieder ehrenamtlich und die Beratungen sind für die Verbraucher weiterhin kostenfrei.
2008 bewirken diverse Datenskandale eine erhöhte Beratungsnachfrage in Sachen Datensicherheit und Datenmissbrauchsvorbeugung. Das in Kraft tretende Versicherungsvertragsgesetz postuliert eine Vielzahl von Verbesserungen für Versicherte und entsprechenden Beratungsbedarf. Gegen Ende des Jahres verunsichert die Finanzmarktkrise flächendeckend Verbraucherinnen und Verbraucher. Es wird das nachhaltigste Thema in den Verbraucherberatungen.
Im Jahr 2010 stehen vor allem die Themen Internetabzocke und sog. Internettauschbörsen im Fokus der Beratungen. Weiter die Initiative der Verbraucherschutzstelle gegen Datenmissbrauch im Internet.

2011 - 2015: Im Jahr 2001 und 2012 bestimmen die Zunahme der Internetkriminalität sowie die nach wie vor hohe Anzahl unerbetener Werbeanrufe eigene Schwerpunkte in den Verbraucherberatungen.
Zum Jahreswechsel 2011/2012 etablieren sich weitere Themen unserer Verbrauchertelefone zu Kauf-, Dienstleistungs-, Miet- und Internetvertrag.
2013 steht im Zeichen der Kampagne "gesunde Pause", die sich an alle Schreibtischarbeiter richtet und für kurze Arbeitsunterbrechungen mit kleinen Bewegungsübungen für mehr Mobilität sorgt. Weiter sind Bankgebühren ein zunehmender Beratungspunkt. Hier gilt das Augenmerk vor allem auf die sog. Kontoführungsgebühren, bei denen die Finanzinstitute erhebliche Unterschiede aufweisen. Nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes sind dabei Entgelte, die bereits anderweitig als bezahlt anzusehen sind, ebenso unzulässig, wie Vergütungsforderungen für Leistungen, die im Interesse Dritter erbracht werden.
Im Jahr 2014 steht im Mittelpunkt der Beratungstätigkeit vor allem die Nachfrage bei Internetproblemen. Hier bringen die Umsetzungen der neuen EU-Verbraucherrichtlinie einige Änderungen für den Onlinehandel, nicht zuletzt beim nun EU-einheitlichen Widerrufsrecht, was einen erhöhten und spezialisierten Beratungsbedarf erfordert.
2015 beschäftigen uns viele neue Themen, so zum Mindestlohn, und zur Maklercourtage und Mietpreisbremsen in Ballungsgebieten, oder zu Erneuerung von Heizungen, die älter als 30 Jahre sind. Weiter steht das letzte Jahresviertel für den Start unserer Internetkampagne "der besondere Online-Shop", bei der wir kundenfreundliche Onlineshops, die sich unserem außergerichtlichen Streitschlichtungsverfahren anschließen, mit unserem Gütesiegel kennzeichnen.
2016 stehen die Themen Produktsicherheit, Internetbetrug und Dienstleistungsverträge im Fokus unserer Beratungen. Auch sind immer noch und immer wieder die Regelungen der Rundfunkgebühren Gegenstand von Verbraucheranfragen - hier wird vor allem die pauschale Entgeltpflicht bemängelt, die selbst bei denen eingreift, die keine Geräte zum Rundfunkempfang oder für Internetzugang bereithalten. Letzlich sehen wir auch eine große Nachfrage zu den Themen CETA und TTIP, hier verzeichnen wir durch die verschiedenen Altersgruppen hinweg starke Verunsicherung und Aufklärungsbedarf. 









Pressemitteilung der Verbrauschschutzstelle Niedersachsen
03.08.2015, 01.09.2015, 01.10.2015, 02.11.2015, 01.12.2015,
04.01.2016, 01.02.2016, 01.03.2016, 04.04.2016, 02.05.2016,
01.06.2016, 01.07.2016, 01.08.2016, 01.09.2016, 03.10.2016,
01.11.2016