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UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Die Rhön ist repräsentativ für den Landschaftsraum mitteldeutsches Bergland. Sie liegt im Dreiländereck zwischen Bayern, Hessen und Thüringen. Jedes Bundesland hat für seinen Landesteil eine eigene Verwaltung eingerichtet. Die Rhön als länderübergreifende Kulturlandschaft zwischen Hessen, Thüringen und Bayern erhielt die Auszeichnung als UNESCO-Biosphärenreservat kurz nach der deutschen Wiedervereinigung, als Teil des "Tafelsilbers der deutschen Einheit". Die Rhön ist im Gegensatz zu anderen deutschen Mittelgebirgslandschaften eine offene Kulturlandschaft mit weitem Ausblick. Ursprünglich war die Region von dichten Buchenwäldern bedeckt, die jedoch im Laufe der Jahrhunderte menschlicher Bewirtschaftung in Graslandschaften umgewandelt wurden.
 

Die abgeschiedene Lage, natürliche Besonderheiten und die traditionelle Bindung der Bevölkerung an die Landwirtschaft haben in der Rhön eine weitgehend intakte Kulturlandschaft und ländliche Siedlungsstrukturen erhalten. Die Rhön bietet vielfältige Landschaftstypen: die Hohe Rhön ist ein Hochplateau, das durch traditionelle Nutzung offen gehalten wurde und Magerrasen trägt. Die dadurch möglichen Fernblicke haben den Tourismusbegriff „Land der offenen Fernen“ motiviert. Die hessische Rhön zeichnet sich durch Dutzende markante Kegelberge und durch eine parkartige Gliederung aus, die thüringische Rhön durch einzigartige, großflächig vernetzte Kalkmagerrasen und durch eine von Großbetrieben geprägte Landwirtschaft. In der bayerischen Rhön finden sich offene, siedlungsfreie Matten und eine blumenreiche Wiesenvegetation, vorwiegend sind kleine Landwirtschaftsbetriebe im Nebenerwerb tätig. Die Kernzone bilden Buchenwälder und Edellaubholzwälder sowie Hochmoore. Die Artenvielfalt in den geschützten Lebensraumtypen ist sehr hoch, es finden sich gute Lebensbedingungen für vom Aussterben bedrohte Vogelarten wie das Birkhuhn, den Wachtelkönig, den Schwarzstorch und den Eisvogel. Die Lebensbedingungen für das Birkhuhn werden seit 25 Jahren im größten außeralpinen Naturschutzgebiet Bayerns verbessert, durch Offenhaltung der Landschaft durch Landespflege, durch Bejagung natürlicher Feinde und durch Aufklärung der Touristen.


Die drei Verwaltungsstellen des Biosphärenreservats setzen durch die unterschiedliche Struktur vor Ort unterschiedliche Schwerpunkte. Gemeinsam aber haben sie die Rhön zu einem beispielgebenden Biosphärenreservat entwickelt. Die wirtschaftliche und die demographische Entwicklung sind besser als in Vergleichsgebieten, die Identifikation mit dem Biosphärenreservat ist hoch. Ein wichtiges Instrument hierzu ist Vermarktung regionaler Produkte. Der Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten trägt zur Imagebildung bei und schafft neue Arbeitsplätze in der Rhön. Umweltbildung und Forschung sind weitere Schwerpunkte der Arbeit im Biosphärenreservat.

  • Jahr der Anerkennung durch die UNESCO: 1991

  • Fläche:
    1.850 km2 (davon 42 km2 Kernzone, 675 km2 Pflegezone)

  • Repräsentierter Landschaftsraum: Mitteldeutsches Bergland

  • Repräsentative Lebensräume:
    Einzelne waldbestandene Kegelberge um eine zentrale Basalthochfläche, Steilhänge mit Kalkmagerrasen, Bergmisch- und Bergfichtenwälder, Buchenwälder 

  • Beispiele für Biosphärenreservatsfunktionen:
    Flächenankauf zum Naturraumerhalt, Modellprojekt "Landschaftspflege durch Großbetriebe", Umweltbildung, Forschungsprojekte, länderübergreifende Zusammenarbeit zur Schaffung einer "Dachmarke Rhön" zur länderübergreifenden Regionalvermarktung von Rhönschaf, Rindfleisch oder Streuobstprodukten

  • Internationale Partnerschaften:
    Parrikkala (Finnland), Limousin (Frankreich), Kruger to Canyons (Südafrika)

  • Bundesländer: Hessen, Thüringen, Bayern

  • Landkreise:
    Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Fulda, Hersfeld-Rotenburg, Wartburgkreis, Schmalkalden-Meiningen

  • Zuständige Ministerien:
    Hessisches Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz 

  • Verwaltung:
    Hessische Verwaltungsstelle des
    Biosphärenreservates Rhön
    Groenhoff Haus Wasserkuppe
    36129 Gersfeld
    Telefon: (06654) 96120

    Bayerische Verwaltungsstelle
    Oberwaldbehrunger Str. 4
    97656 Oberelsbach
     Tel.: (09774)  91020

    Biosphärenreservat Rhön
    Verwaltung Thüringen
    Mittelsdorfer Straße 23
    98634 Kaltensundheim
    Telefon: (036946) 3820

  • Informationszentren:
    Informationsstelle Biosphärenreservat Rhön
    Groenhoff-Haus-Wasserkuppe
    36139 Gersfeld
    Telefon: (06654) 96120

    Landschaftsinformationszentrum Rasdorf
    Am Anger 32
    36169 Rasdorf
    Telefon: (06651) 96010

    Info-Stelle Biophärenreservat Rhön
    Jagdschloss Fasanerie
    98617 Hermannsfeld

    Info-Zentrum "Haus der Schwarzen Berge"
    Rhönstraße 97
    97772 Wildflecken-Oberbach
    Telefon: (09749) 91220

    Info-Zentrum "Haus der Langen Rhön"
    Unterelsbacher Straße 4
    97656 Oberelsbach
    Telefon: (09774) 910260

    Haus auf der Frenze/Point Alpha
    Telefon: (06651) 919030

    Propstei Zella/Rhön
    Telefon: (036964) 93510

  • Internet-Link zur Darstellung der UNESCO:
    www2.unesco.org/mab/br/

  • Internet-Link zu den Biosphärenreservatsverwaltungen:
    www.biosphaerenreservat-rhoen.de

  • Seite auf den Nationalen Naturlandschaften:
    Biosphärenreservat Rhön  


Quellenangaben