Verbraucher
Schutzstelle

Niedersachsen



Home
Nach oben





Fragen und Antworten zu Noroviren

Noroviren gehören zu den Caliciviren. Sie sind weltweit verbreitet und verantwortlich für einen Großteil der menschlichen Magen-Darm-Entzündungen. Im Gegensatz zu Salmonellen-Erkrankungen, die den Menschen besonders in den Sommermonaten zu schaffen machen, werden Norovirus-Erkrankungen schwerpunktmäßig in den Wintermonaten beobachtet. Seit Oktober 2006 wurden dem Robert Koch-Institut rund 50.000 Fälle gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein. Die meisten Norovirus-Infektionen werden im direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, es kann aber auch über kontaminierte Lebensmittel zu einer Erkrankung kommen.

Was sind Noroviren?

Noroviren sind Krankheitserreger, die beim Menschen Erbrechen und Durchfall verursachen können. Die Viren wurden 1972 entdeckt und gelten heute als die wichtigsten Erreger von Magen-Darm-Infektionen des Menschen. In der Umwelt sind Noroviren extrem stabil. Sie können dort mehrere Tage infektiös bleiben, während Kochen die Erreger inaktiviert. Das Norovirus ändert sich kontinuierlich. Es gibt viele verschiedene Typen und ständig kommen neue hinzu. Derzeit breitet sich in Deutschland ein Virustyp aus, der überdurchschnittlich viele Erkrankungen auslöst.

Wie werden sie übertragen?

Infizierte Menschen scheiden Noroviren mit dem Stuhl oder mit Erbrochenem aus. Stuhl kann schon Noroviren enthalten, wenn noch keine Krankheitssymptome aufgetreten sind und ist nach Abklingen der Erkrankung noch bis zu zwei Wochen infektiös. Das Norovirus ist sehr stabil. Einmal ausgeschieden kann es für mehrere Tage an Gegenständen und Oberflächen haften bleiben, so dass sich andere Menschen darüber oral infizieren können. Auch Lebensmittel, die mit Noroviren verunreinigt wurden und vor dem Verzehr nicht mehr erhitzt werden, können eine Quelle für Infektionen und Erkrankungen sein. Ausbrüche von Norovirus-Erkrankungen ereignen sich häufig in Gemeinschaftseinrichtungen, wurden aber auch auf Kreuzfahrtschiffen beobachtet.

Welche Erkrankungen rufen sie hervor?

Durch Noroviren können Menschen aller Altersgruppen erkranken. Die typischen Symptome sind Erbrechen und Durchfall, häufig von Kopfschmerzen und manchmal von Fieber begleitet. Die ersten Symptome treten etwa 24 Stunden nach der Infektion auf und dauern gewöhnlich
ein bis drei Tage an.

Ist eine Übertragung über Lebensmittel möglich?

Noroviren werden vor allem durch den direkten Kontakt mit erkrankten Personen oder indirekt über verschmutzte Flächen übertragen. Eine Infektion kann aber auch durch kontaminierte Lebensmittel ausgelöst werden, etwa dann, wenn die Hände vor der Zubereitung von Lebensmitteln nicht gründlich gewaschen wurden. Wird das Lebensmittel anschließend nicht ausreichend erhitzt, werden die Noroviren mit dem Lebensmittel „verzehrt“ und können zur Erkrankung führen. Salate, Beeren und rohes Gemüse waren in der Vergangenheit an Norovirus-Ausbrüchen beteiligt. Prinzipiell können aber alle Lebensmittel, die unter mangelhaften hygienischen Bedingungen zubereitet und anschließend nicht ausreichend erhitzt werden, mit infektiösen Noroviren verunreinigt sein. Eine Sonderstellung nehmen Muscheln ein: Sie können Noroviren aus dem Wasser regelrecht anreichern und zu Erkrankungen führen, wenn sie roh verzehrt werden.

Wie kann eine Norovirusinfektion verhindert werden?

Hygiene ist oberstes Gebot bei der Vermeidung von Norovirus-Infektionen. Besonderes Augenmerk sollte auf die hygienische Zubereitung von Lebensmitteln gelegt werden, um eine eventuelle Weiterverbreitung möglicher Viren zu verhindern. Gründliches Waschen der Hände mit Seife verringert die Gefahr der Ansteckung und der Kontamination. Erkrankte sollten keine Lebensmittel für andere zubereiten. Kochen zerstört die Noroviren. Lebensmittel, mit denen Erkrankte in Kontakt gekommen sein könnten, sollten deshalb entweder vernichtet oder gekocht werden. Impfungen gegen Norovirus-Erkrankungen existieren bislang nicht.

Weitere Informationen zum Norovirus und zur Norovirus-Infektion finden Sie auf der Homepage
des Robert Koch-Instituts unter www.rki.de.

_____________

Quellenangabe