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z.B.:

Was bedeutet FFP bei den Atemschutzmasken?
Korrekte Verwendung / Wiederverwendung


FFP kommt aus dem Englischen und steht für: filtering face piece
Dabei gibt es, je nach Partikelfilter die Einteilung in FFP1, FFP2 oder FFP3. Die Zahl steht dabei für den Grad der Schutzwirkung:

FFP 1 R oder NR (R bedeutet "reusable"/ wiederverwendbar und NR "not reusable"/ zum einmaligen Gebrauch)
FFP 2 R oder NR (Mindeststandard für COVID-19 - Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, TRBA 250)
FFP 3 R oder NR (höchster Schutzgrad)

FFP-Masken müssen als filtrierende Halbmasken die Anforderungen der Europäischen Norm EN 149 "Atemschutzgeräte - Filtrierende Halbmasken zum Schutz gegen Partikeln - Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung" erfüllen. Die deutsche Fassung lautet: EN 149:2001+A1:2009.

FFP-Masken gehören weiter auch zur sog. persönlichen Schutzausrüstung (PSA). Es gelten somit die Anforderungen der Verordnung über persönliche Schutzausrüstungen (Verordnung (EU) 2016/425) oder, bei Bewertung als Medizinprodukt, die Medizinprodukterichtlinie 93/42/EWG bzw. die Medizinprodukteverordnung (EU) 2017/745.

Ausschlaggebend für die Einteilung der Schutzwirkung in FFP1, FFP2 und FFP3, ist die sog. Gesamtleckage. Deren Bestandteile sind
a) der Filterdurchlass und
b) die Verpassungsleckage.
Letztere entsteht durch Undichtigkeiten zwischen der Dichtlinie einer Maske und dem Gesicht des Trägers.

Es werden beide dieser Eigenschaften der FFP-Masken geprüft (Prüfverfahren der DIN EN 149 erfordert zulässige Werte für acht von zehn arithmetischen Mittelwerten, bei Bestimmung eines Wertes pro Prüfperson. Danach gilt für die zulässige Gesamtleckage:

FFP1 max. 22 Prozent Gesamtleckage
FFP2 max. 8 Prozent Gesamtleckage
FFP3 max. 2 Prozent Gesamtleckage

Korrekt angewendet, bieten FFP-Masken der beiden höheren Schutzklassen auch einen Schutz vor Viren, bzw. davor, dass man winzige Aerosole (Tröpfchen mit Viren aus der Atemluft von anderen Personen) einatmet.

FFP2 wird als geeigneter zum Schutz vor Viren angesehen. So stellt nach Auffassung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) "Eine dicht sitzende FFP2-Maske … einen geeigneten Schutz vor infektiösen Aerosolen, einschließlich Viren dar".

FFP3 wird in besonderen Fällen empfohlen. So auch bei Verdacht auf oder Bestätigung von Corona-Infektion, da bei zu behandelnden oder pflegebedürftigen Personen ein nochmal erhöhtes Infektionsrisiko besteht.

Zur korrekten Verwendung der Masken wird empfohlen:

1. Beim Kauf auf folgendes achten:
a) Eine vollständige und korrekte CE-Kennzeichnung mit folgenden Punkten:
- CE-Kennzeichen mit der vierstelligen Nummer der Zertifizierungsstelle,
- Angabe der FFP Schutzstufe und der EN-Norm,
- Angabe des Herstellernamens
- Angabe einer Artikelnummer
b) Das Vorhandensein einer sog. Konformitätserklärung
c) Warnmeldungen zu untauglichen oder gefälschten Masken beachten (z.B. bei den RAPEX-Warnungen der EU).
Wir empfehlen, Masken vorrangig über den Fachhandel und Apotheken zu beziehen.

2. Beim Anlegen der Maske:
a) Die Maske vor dem Anlegen vollständig auffalten und probeweise anlegen
b) Beim Aufziehen die Innenseite nicht berühren
c) Den Nasenbügel anpassen
d) Den Sitz der Maske prüfen und korrigieren
e) durch leichtes Ausatmen einen Überdruck erzeugen. Wenn dabei Luft über den Dichtrand austritt, muss die Maske neu angepasst werden.
f) Durch tiefes Einatmen entsteht in der Maske ein Unterdruck. Wenn dabei Luft über den Dichtrand eintritt, muss die Maske neu angepasst werden.
g) Hinweise zu Tragedauer und Erholungszeiträumen beachten.

3. Nach der Verwendung:
a) Maske abnehmen, dabei darauf Achten, das Gesicht nicht mit der Außenseite zu berühren
b) bei Einwegmaterial, Maske sicher entsorgen
c) bei mehrfacher Verwendung einen sicheren Lagerort wählen
d) empfehlenswert ist die Lagerung an trockener Luft
e) Hände desinfizieren

4. Wiederverwendung?

Wiederverwendbare Masken:
a) tragen den Aufdruck: "Reusable" oder abgekürzt "R"
b) sollten unter Beachtung der Herstellerangaben aufbereitet werden

Nicht wiederverwendbare Masken (Einweg)
a) tragen den Aufdruck "Disposable" oder "Not reusable", abgekürzt "NR"
b) sollten nicht wieder aufbereitet, sondern entsorgt werden.

Ausnahme: Wiederverwendung nur kurze Zeit getragener Masken durch dieselbe Person:

Soweit Privatpersonen die Schutzmasken nur jeweils kurze Zeiten (z.B. Einkauf oder Spaziergang) tragen, kann eine Widerverwendung in Betracht kommen. Dabei ist jedoch zuerst darauf zu achten, dass die Maske nur von der Person wiederverwendet wird, die sie auch vorangehend getragen hat (dies wird empfohlen, um der möglichen Übertragung von Erregern der jeweils individuellen Nasen-, Rachen- und Hautflora vorzubeugen).

Zur Desinfektion wird empfohlen,

a) die Maske bei 80 °C wenigstens 60 Minuten trockener Hitze auszusetzen, danach soll SARS-CoV-2 vollständig eliminiert sein, bei 100 °C nach 10 Minuten. Die Filterleistung soll erhalten bleiben, jedoch können die elastischen Haltebänder an Zugkraft verlieren.

alternativ:

b) die Maske mindestens 7 Tage bei Raumluft Trocknen (ca. 19 - 21 °C). Dabei soll eine Reduzierung von SARS-CoV-2 um über 95 % das mögliche Risiko einer Infektion auf ein vertretbares Maß minimieren. Auch eine Reduktion der vom Träger aufgebrachten Erreger (Nasen-, Rachen- und Hautflora) soll festzustellen sein. Es soll also im Idealfall für jeden Wochentag eine eigene Maske geben, die dann erst am gleichen Wochentag in der folgenden Woche wieder Verwendung findet.

alternativ:

c) 10 Minuten Kochen im Gefrier- und Kochbeutel. Dazu soll die Maske
- zuerst bis zum nächsten Tag bei Raumluft trocknen,
- dann in einen für Lebensmittel geeigneten und hitzebeständigen Gefrier- oder Kochbeutel
- dann Luft aus dem Beutel streichen und verschließen
- Topf ca. 3-4 cm hoch mit Wasser füllen und zum Kochen bringen
- Beutel dazugeben und bei geschlossenem Deckel 10 Minuten kochen
- Maske entnehmen und abkühlen
Eine Maske soll in dieser Weise bis zu 3 Mal behandelt werden können, wobei SARSCoV- 2 vollständig eliminiert werden soll.

(Quelle zur Widerverwendung: FH Münster, Fachbereich Gesundheit, Forschung und Projekte, Möglichkeiten und Grenzen der eigenverantwortlichen Wiederverwendung von FFP2-Masken für den Privatgebrauch im Rahmen einer epidemischen Lage)