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Entwicklung der Menschenrechtsbildung

Menschenrechtsbildung ist völkerrechtlich im Recht auf Bildung verankert, das auch als Recht auf Menschenrechtsbildung gelesen werden kann. Die Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte fordert, dass "jeder Einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung dieser Rechte und Freiheiten zu beachten." Artikel 26 der Erklärung nennt als Ziel der Bildung die "volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und die Stärkung der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten". Formulierungen des Rechts auf Bildung in anderen Völkerrechtsinstrumenten spiegeln das Verständnis wieder, zum Beispiel Artikel 16 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte vom 19.Dezember 1966: "Bildung [muss] auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und des Bewusstseins ihrer Würde gerichtet sein und die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten stärken". Mit der UNESCO-"Empfehlung über die Erziehung zu internationaler Verständigung und Zusammenarbeit und zum Frieden in der Welt sowie die Erziehung zur Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten" (Text hier) von 1974 wurde erstmals  im Rahmen der Vereinten Nationen ein Textverabschiedet, der ausschließlich den inhaltlichen Auftrag an die Bildung zur Förderung von Frieden und Menschenrechten thematisiert.

Als stehender Begriff wurde Menschenrechtsbildung bzw. Menschenrechtserziehung erst in den 1990er Jahren bekannt, in der Folge der Wiener Weltkonferenz über Menschenrechte 1993 und der anschließenden UN-Dekade zur Menschenrechtserziehung 1995-2004. In der Bundesrepublik Deutschland verabschiedete die Kultusministerkonferenz der Länder aber schon 1980 eine "Empfehlung zur Förderung der Menschenrechtserziehung in der Schule". Diese Empfehlung wurde im Jahr 2000 bekräftigt. Im Anschluss an die Dekade 1995-2004 rief die UN-Generalversammlung am 10. Dezember 2004 das Weltprogramm zur Menschenrechtsbildung aus, mit dem Schwerpunkt Schule für 2005-2009 und dem Schwerpunkt öffentlicher Dienst 2010-2015. 2009 war das UN-Jahr des Menschenrechtslernens, derzeit verhandeln die Vereinten Nationen mit der "Draft UN Declaration on Human Rights Education and Training" ein weiteres Völkerrechtsinstrument".

Weitere Informationen:

KMK-Empfehlung zur Menschenrechtserziehung vom 14. Dezember 2000

Aktionsplan zum Weltprogramm für Menschenrechtsbildung: deutsche Übersetzung


Quellenangaben