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Was tun bei Durchfall?

Herbst und Winter, das bedeutet nicht nur Erkältungsrisiken, sondern auch Hochsaison für allerlei Durchfallerreger. Die meisten Erkrankungen mit Noro- und Rotaviren werden zwischen Oktober und März beobachtet. Die Krankheitskeime übertragen sich besonders an Orten, wie Kindergärten, Schulen, Altenheimen und Krankenhäusern, an denen naturgemäß viele Menschen auf engem Raum aufeinander stoßen.

Erkrankungen durch Rotaviren werden eher bei Kindern beobachtet, hier gibt es seit 2013 eine Impfmöglichkeit im Säuglingsalter als reguläre Kassenleistung. Noroviren werden hingegen eher bei Erwachsenen beobachtet. Hinzu kommt eine Vielzahl anderer Viren und Bakterien die zu gleichen Symptomen führen. Und dabei ist Durchfall nicht einfach nur unangenehm, sondern in vielen Fällen auch gefährlich.

Allen gemein ist, dass die Darmwand Wasser und Salze nicht mehr ausreichend in die Blutgefäße befördert. Das hat mehrmals täglich sehr flüssigen Stuhl, und eine Unterversorgung mit Flüssigkeit und Salzen zur Folge. Bei schwerem oder längerfristigem Durchfall besteht somit die Gefahr einer Austrocknung.

Auch wenn meistens nach 2 – 3 Tagen Besserung eintritt, ist also Vorsicht geboten. Generell gilt:

- Schonen (Bettruhe einhalten)
- Darm entlasten (Schonkost, z.B. Brühe, Zwieback, Haferschleim, geriebener Apfel, pürierte Karotten)
- viel Trinken
- Salze ersetzen

Cola und Salzstangen sind ein beliebtes Hausmittel, wobei davon allerdings eher abgeraten wird. Zwar ist der Grundgedanke richtig, Salziges mit Süßem zu versetzen, damit es besser durch die Darmwand kommt. Normale Cola enthält jedoch sehr viel Zucker, und eine richtige Dosierung ist für den Laien kaum möglich. Somit besteht die Gefahr, dass der zu süße Darminhalt das Blut zusätzlich entwässert und dem Körper damit noch mehr Flüssigkeit entzieht.

Somit sollten zur Unterstützung besser Elektrolytpräparate mit Salz und Zucker in richtiger Dosierung zum Auflösen in Wasser genommen werden, fachliche Beratung hierzu bekommen Sie in jeder Apotheke.

Weiter unterstützend können auch rezeptfreie Medikamente helfen, jedoch ist nicht bei allem, was auf dem Markt ist, die Wirksamkeit ausreichend belegt. So gibt es Empfehlungen, Probiotika einzusetzen, welche die (gesunde) Darmflora verstärken und Krankheitskeime verdrängen sollen. Auch wird der Wirkstoff Loperamid zur Beruhigung des Darms empfohlen, wenn der Durchfall von schmerzhaften Krämpfen begleitet wird – das allerdings nur eingeschränkt, da die Darmbewegungen nicht zu weit reduziert werden dürfen.

Bei leichter Erkrankung sollten Sie sich in Ihrer Apotheke Rat nach unterstützender Medikation holen. Bei schwereren oder länger anhaltenden Symptomen sollte zudem unbedingt zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden, insbesondere bei Blut im Stuhl, Fieber oder Anzeichen von Austrocknung.

Und, das Wichtigste um eine weitere Verbreitung zu stoppen, ist Hygiene:

1. Als Durchfall-Patient sollten Sie wenn möglich eine eigene Toilette benutzen und von anderen möglichst abgeschirmt bleiben. Halten Sie also Abstand von den Gesunden in der Familie, und fassen Sie möglichst wenig an, mit dem andere in Berührung kommen könnten.

2. Hände und berührte Gegenstände (Türklinke, Wasserhahn, WC) gut reinigen oder desinfizieren, die Wäsche der Kranken möglichst heiß waschen.

3. Für die gesunden Familienmitglieder:
a) möglichst Abstand zum Kranken halten.
b) Rohkost gut waschen oder schälen, anderes vor dem Verzehr gut erhitzen.
c) Banal, aber enorm effektiv: nach Kontakt mit dem Kranken, vor allen Mahlzeiten und nach jedem Toilettengang und vor der Küchenarbeit: Hände gründlich mit Seife waschen.